Arno Dähling

Lebenslauf

Geboren wurde ich 1946 in Bocholt in Westfalen - ca 5 Kilometer entfernt von der Grenze zu den Niederlanden. Meine Heimatstadt war in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs schwer bombadiert worden. Das väterliche Elternhaus  lag in Trümmern. Das Elternhaus mütterlicherseits, wo alle Unterschlupf gefunden hatten, wirkte  "überbevölkert". Mein Vater Heinz war, wie der Großvater Johannes, Arzt. Der Großvater mütterlicherseits, Bernhard Blume. war Amtsbürgermeister für die Bocholter Umlandgemeinden. Ich bin der zweite von 4 Brüdern. Unsere Kindheit stand unter dem Zeichen der "Knappheit" der Nachkriegsjahre. Doch der große Garten hinter dem Elterhaus und die vom Opa gepachtete Jagd mit ihrer Jagdhütte im Wald bei Dingden (ca. 10 km von Bocholt entfernt, also mit dem Fahrrad erreichbar) bedeuteten für uns Kinder eine Art "Naturparadies". Die nächsten Bezugspersonen in der Kindheit, meine Mutter Mechthild und ihre Mutter Fanny, gaben ihr Bestes, die Familie hochzuhalten. Einfach war das nicht. 

Nach der Grundschule (Diepenbrockschule) wechselte ich auf das Gymnasium, besuchte aber zunächst nicht das städtische St. Georgs-Gymnasium, sondern das Progymnasium der Kapuziner. Wenngleich das "Kapu" in unmittelbarer Nähe zum Elterhaus lag, war ich dort viele Jahre im Internat. Ich selbst wollte das so. Das Gemeinschaftsleben (ca. hundert Internatsschüler aller Altersstufen) wurde für mich zur Selbstverständlichkeit. Nach der Obertertia wechselten wir "Kapu-schüler" zum städischen St. Georgsgymnasium, wo ich 1968 mein Abitur bestand.

Im September 1968 trat ich in das Noviziat der Kapuziner ein. Das Kloster Stühlingen an der Grenze zur Schweiz wurde für ein Jahr mein Zuhause. Dann ging's zum Theologiestudium nach Münster, wo wir Kapuziner - damals zusammen mit den Franziskanern -  eine eigene Ordenshochschule haben.
In besonders guter Erinnerung ist mir das Freijahr, das ich 1971/72 in East Bergholt, England, an der dortigen Hochsschule der Franziskaner verbrachte. Zurück in Münster beschloss ich die Studien und wurde 1975 zum Priester geweiht.

Mein erster Einsatzort war das Kloster Maria Linden in Ottersweier, Baden. Nach dem nächsten Ordenskapitel versetzte mich der Provinzial nach Mainz, St. Bonifaz, gut ein Jahr später ging es nach Karlsruhe, von dort aus nach Frankfurt. und wieder nach Münster. Ich betrachte diese Jahre (bis 1982) als meine "Lehrjahre." Meine Hauptaufgabe war die "Gemeindemission".  Vom 2. vatikanischen Konzil und der Deutschen Synode kam die Inspiration. In verschiedenen Bistümern, d.h. in dortigen Pfarrgemeinden, war ich für je ein halbes Jahr so etwas wie ein "Gemeindetrainer". Etwa 30 bis 50 Personen machten jeweils die "Gesprächsleiter-Schulung" mit. Für die Predigtwoche am Ende des Projektes kamen dann Mitbrüder aus verschiedenen Klöstern dazu.

Nach dem Ordenskapitel 1982 wurde ich zum "Kurseelsorger" in Bad Mergentheim bestellt. Diese Aufgabe erfüllte ich damals aber nur für ein knappes Jahr, weil im Anschluss an das Kapitel ein neuer Missionseinsatz unserer Ordenprovinz in Mexiko in die Wege geleitet worden war. Meine Meldung für dieses Unternehmen wurde im Sommer '84 positiv beschieden, so dass ich nach kurzer Vorbereitung im Februar 1985 nach Mexiko ausreisen konnte. 

Mexiko

Wir waren zu dritt. Bruder Pirmin Zimmermann, Br. Joachim Wrede und ich, Br. Arno Dähling. Ein unbekanntes Land, eine neue Aufgabenstellung, eine Option. Die Kirche Lateinamerikas hatte sich in den Bischofskonferenzen von Medellin und später Puebla dazu durchgerungen, sich unmissverständlich an die Seite der Armen zu stellen. Man nannte das die "Option für die Armen". Der Erzbischof von Oaxaca im Süden Mexikos hatte uns deutschen Kapuziner eingeladen, zu den Indigenas (Indios) in seiner Erzdiözese zu gehen und dort die "Option" und gleichzeitig unser franziskanisches Charisma in die Tat umzusetzen.
Die Mixteken in den Bergen der Sierra Madre del Sur gehören zu den ärmesten der Armen. Eine 500 -jährige Geschichte der Ausbeutung und Unterdrückung war natürlich nicht von jetzt auf gleich rückgängig zu machen. Die Einheimischen spürten jedoch, dass wir uns konsequent auf ihre Seite geschlagen hatten.
Ich kann hier nicht alle Einzelheiten darstellen. Die Zeit in Mexiko, genau 10 Jahre, war für mich geistlich sehr reich. Ich hatte das Gefühl, hier wirklich das Evangelium leben zu können - im Zusammenspiel mit meinen Mitbrüdern und den Mixteken. (Nach meiner Rückkehr im Jahr 1995 habe ich eine Broschüre erarbeitet. Sie heißt "Wegbegleitung" und ist bei unserer Missionprokur in Reute zu bekommen - Für Leute, die sich näher informieren möchten). Siehe "Vermischtes" 

Franziskanisches

Die Lebensgeschichte des Franz von Assisi hat mich von früh auf begeistert. Im Orden der Kapuziner versuchen wir, etwas von dem Impuls, den uns unser Ordensvater mitgegeben hat, ins eigene Leben hinein zu übersetzen. Die heutigen gesellschaftlichen Bedingungen in Europa sind allerdings sehr verschieden von denen des 12. Jahrhunderts. Umso mehr scheint es mir wichig, die Spiritualität der "Herrschaftsfreiheit", anders ausgedrückt der "radikalen Geschwisterlichkeit", wach zu halten.... 
Mehr dazu in unserer Kapuziner-Homepage. Siehe "Vermischtes"

Kurseelsorge

Meine Aufgabe in Bad Mergentheim war seit Dez. 2005 wieder die Kurseelsorge. Gemeinsam mit der evangelischen Kollegin, Frau Segl,  habe ich vielfältige Veranstaltungen angeboten, die teilweise in den Kur- bzw. Reha-Kliniken statfanden. Auch das Turmzimmer bei uns im Kapuzinerkloster war Veranstaltungsraum. Das Gottesdienstangebot, die Vorträge und die Gesprächsrunden, richteten sich vor allem an die Gäste am Ort. Da eine Kur oder Reha-Maßnahme meistens nur kurze Zeit dauert - drei oder vier Wochen - habe ich mich gefreut, mit Hilfe dieser Homepage den Kontakt manchmal etwas "verlängern" zu können. Auch für die gesundheitsbewussten "Kur-Urlauber" können meine Texte - nach wie vor - eine Berreicherung sein.    

Lyrik
 
Meine Neignung, mich mit Literatur zu befassen, wurde schon zu Schulzeiten geweckt. Doch erst nach meiner Rückkehr aus Mexiko (1995) habe ich mich an die Aufgabe gewagt, eigene lyrische Texte öffentlich zu machen. Wichtig war für meine Motivation die Bekanntschaft mit Winfried Heurich in Frankfurt, der hier und da einen meiner Texte vertont hat. Weitere Anregungen verdanke ich Peter Dyckhoff, der auch die Brücke nach München zum Verlag Don Bosco baute. Meine Arbeiten kreisen um die großen Themen "der Mensch", "die Religion", "die Stille" und "die Natur". Dazu kommt im Hintergrund das Interesse an der Sprache und natürlich an der Kunst. 

Frankfurt Liebfrauen 

      
Inzwischen (seit Okt. 2015) bin ich wieder in unserem Kloster in Frankfurt (Liebfrauen) vor Anker gegangen.Die Kirche liegt mitten in der Fußgängerzone zwischen Hauptwache und Römer. Gemeinsam mit meinen Mitbrüdern mache ich bei den verschiedenen pastoralen Aufgaben, insbesondere der "Passantenseelsorge" mit.  Siehe "Impressum"