Das Heiligtum

 

 

Ich schwanke unstet hin und her,

verirre mich auf wirren Gleisen.

Ganz still zu werden, fällt mir schwer,

solange die Gedanken kreisen.

 

Noch hindert dieser Widerspruch

die tiefe Ruhe, aufzusteigen.

Entscheidend deshalb der Versuch,

auch innerlich bewusst zu schweigen.

 

Mein Atem strömt und trägt mich fort

in Regionen weit entlegen.

Ich bin allein und wandre dort

dem fernen Horizont entgegen.

 

Ein Marmortempel kommt in Sicht.

Ich darf das Heiligtum betreten.

In unbeschreiblich mildem Licht

beginne ich spontan zu beten.

 

Wie kann ich länger traurig sein?!

Ein Engel stellt sich mir zur Seite.

Er weiht mich neu ins Leben ein,

jetzt und für immer, hier und heute.